Rucksackwissen: Gehirngewichte

Manch Dickschädel hat nicht gleich Übergewicht. Doch im Tierreich findet man jede Gewichtsklasse.

  • Viper (Natter) 0,1
  • Grüne Eidechse 0,08
  • Schildkröte 0,3
  • Hamster 1,4
  • Ratte (400 g Körpergewicht) 2
  • Eule 2,2
  • Alligator 8,4
  • Hase 10
  • Katze 30
  • Hund (beagle) 72
  • Rhesusaffe 90-97
  • Schaf 140
  • Grizzly Bär 234
  • Löwe 240
  • Tiger 264
  • Orang-Utan 370
  • Schimpanse 420
  • Gorilla 465-540
  • Polarbär 498
  • Flusspferd 582
  • Giraffe 680
  • Kamel 762
  • Pithecanthropus 762
  • Walross 1126
  • Delfin (bottle-nosed) 1500
  • Elefant 6000
  • Pottwal 7800

Alle Angaben in Gramm. Zum Vergleich, ein durchschnittliches menschliches Hirn wiegt ca. 1345g. [tags]S:Rucksackwissen, Gehirngewicht[/tags]

Rucksackwissen: Einstein

Die Behauptung, dass Albert ein schlechter Schüler war oder eine schlechte Note im Mathematikunterricht hatte entspricht nicht den Tatsachen. Zwar hat er, offiziell aus gesundheitlichen Gründen, das Gymnasium in Ulm verlassen, bevor er die Hochschulreife erhalten hat. Seine schulischen Leistungen waren nicht der Grund, sondern eher persönliche Angelegenheiten. Im schweizerischen Aarau hat er 1896 seine Matura (vergleichbar dem Abitur) abgelegt. [Illustrierte Wissenschaft, 4 /94]

Rucksackwissen: DIN

Deutsches Institut für Normung = DIN

Im I. Weltkrieg mussten die Deutschen erkennen, dass ihre Kriegsmaschinerie durch Dutzende von unterschiedlichen Geschossen, Kalibern oder Zündern sich zu einem logistischen Chaos entwickelte. Die Generalität errichtete daraufhin 1916 in einer umgerüsteten Spandauer Turnhalle das königliche Fabrikationsbüro (Fabo). Hier wurden die ersten Pläne für die Massenfertigung von Kanonen und Haubitzen und anderen Waffen entwickelt – wie auch das Maschinengewehr, dessen Modellnummer zum Begriff des militärischen Mittelmaßes avancierte: 08/15. Der Krieg ging verloren aber schon am 22. Dezember 1917 wurde das Fabo in „Normenausschuss der deutschen Industrie“ umbenannt, aus dem 1975 das Deutsche Institut für Normung (DIN) entstand.
1922 erschien unter der Laufnummer DIN 476 ein Papierformat, das bei Querteilung immer wieder dieselben Proportionen ergab: 1: Wurzel aus (sorry, ist mir verloren gegangen). Dazu teilte man einen Quadratmeter nach diesem Maßverhältnis und nannte es DIN A0. Viermal geteilt kam unsere handlicher Klassiker dabei heraus. Bis 1961 blieben die BRD und DDR mit ihren Normenausschüssen eng verbunden. Erst der Mauerbau (Betonhohlblocksteine der TGL-Norm 33491-03) besiegelten die Teilung der deutschen Norm.[tags]S:Rucksackwissen, DIN[/tags]

Rucksackwissen: Blitze

Ständig toben auf der Erde etwa 1800 Gewitter, jede Sekunde zucken rund 100 Blitze nieder. 2 von 3 Gewittern ereignen sich allerdings in den Tropen. Die Wahrscheinlichkeit von einem Blitz erschlagen zu werden ist 4mal größer als ein Haupttreffer im Lotto. Allerdings stirbt „nur“ jeder vierte an den Folgen – an Verbrennungen, Herz- und Hirnversagen. Die Stromstärken betragen 100 000 – 400 000 Ampere und einige Millionen Volt Spannung. Innerhalb weniger Mikrosekunden werden 100 Gigawatt frei. Wegen der kurzen Zeit entspricht dies allerdings mageren 28 kWh, ein normaler Haushalt käme damit höchsten 2 oder 3 Tage aus. Der Blitzkanal selbst misst etwa 15 cm im Durchmesser und erreicht rund 30 000 °C.

Rucksackwissen: Campari

Der rote Farbstoff im Campari heißt Karmin, und er wird tatsächlich aus Mehlkäfern der Art Coccus cactus gewonnen, die auf Kakteen hausen und deren Saft schlürfen. Die Tierchen werden gesammelt, in der Sonne getrocknet und dann gemahlen. Prost!
Die Firma Campari bezieht ihr Läusepulver von den Kanarischen Inseln, insbesondere aus Lanzarote. Dort stammen die Tiere aber ursprünglich nicht her – sie wurden aus Mexiko auf die Inselgruppe im Atlantik importiert. Karmin, das als Lebensmittelfarbstoff das Kürzel E 120 hat, wird ansonsten vor allem für Lippenstifte verwendet.[Die Zeit, 16.12.1999]

Rucksackwissen: Chili

Der Scharfmacher im Chili (indon. lombok – wie die gleichnamige Nachbarinsel von Bali, die bekannt für den Anbau ist) ist das Capsaicin (C18H27NO3), mit einem Gehalt von 0,6 – 0,9%. Es hat antibakterielle, antifungizide Wirkung und ist somit konservierend.
Im Verbrauch halten die Mexikaner mit durchschnittlich 15 g/Tag (!!) den Weltrekord. Ihnen folgen die Koreaner mit 8 g, die Thailänder mit 5 g und die Inder mit 2,5 g. Das Schlusslicht bilden mit 0,05 – 0,5 g/Tag die Europäer. Die europäische Menge bezieht sich dabei nur auf die Tage, an denen auch tatsächlich Chili verzehrt wird. Die nur wenige Zentimeter großen Schoten sind eng verwandt mit dem Paprika. Ãœber 200 verschiedene Sorten sind bekannt, die sich in ihrer Schärfe stark unterscheiden. Zwar sind häufig kleine Chili-Schoten besonders höllisch, jedoch kann der Geschmack selbst innerhalb einer Sorte variieren.
Hinweis für den Empfindlichen: Capsaicin steckt vor allem in den Samenkörnern und den Leisten der Schoten, sie sollten also besonders gemieden werden. Auf der Zunge wird noch eine Verdünnung von 1:2 Millionen als scharf wahrgenommen. Chili enthält außerdem viel Vitamin C. Seinen Ursprung hat es in Lateinamerika. Die Köche der Azteken-Könige waren berühmt für ihre Chiligerichte. Spanische und portugiesische Seefahrer brachten den „spanischen Pfeffer“ nach Europa und Asien. Chilipulver wird als Cayennepfeffer bezeichnet.
Capsaicin wirkt, in extrem hohen Dosen, die allerdings kein Mensch freiwillig zu sich nehmen würde, krebserzeugend.
Der Scharfmacher aktiviert nicht nur die Geschmacksknospen, sondern auch den Trigeminusnerv. Er sendet einen leichten Schmerzimpuls an das Gehirn, das nun verstärkt Endorphine (körpereigene Botenstoffe mit opiatähnlicher Wirkung) produziert. Vermutet wird, dass auf diese Weise eine leichte Sucht nach scharfen Speisen entsteht.
[Illustrierte Wissenschaft 3/1993]

Rucksackwissen: Bäume und Sträucher, Obst und Gemüse

Nicht die Größe sondern die Art der Verzweigung entscheidet darüber, ob man von einem Baum oder einem Strauch spricht. Ein Baum besitzt normalerweise einen zentralen Stamm, von dem die Äste abgehen. Ein Strauch wächst hingegen vom Boden an in mehreren Ästen hoch.
Die Größe ist daher kein zuverlässiges Kriterium. Die sibirische Sitkafichte ist zweifellos ein Baum, obwohl sie nur 25 cm hoch wächst. Der Holunderstrauch kann demgegenüber bis zu acht Meter hoch werden. [Illustrierte Wissenschaft, Nr. 2, Februar 1996]

Zwar wissen alle, dass Gurken Früchte sind. Dennoch bezeichnen wir Gurken als Gemüse. In manchen Fällen ist die Zuordnung gar nicht so leicht. Worin besteht der Unterschied?
Im Alltag trennen wir nur sehr unscharf zwischen Frucht zumeist im Sinne von Obst und Gemüse. Dies erklärt sich vor allem daraus, dass die beiden Wörter eine Mischung aus botanischen Fachbegriffen und Handelsbezeichnungen sind.
Für Botaniker ist eine Frucht das, was aus dem Fruchtknoten entsteht, nachdem die Blüte bestäubt worden ist. Dies gilt für Äpfel, Birnen, Bananen, Orangen und verschiedene Beeren.
Komplizierter ist die Abgrenzung beim Gemüse. Die Bezeichnung Gemüse ist kein botanischer Begriff; sie ist vielmehr ein handelstechnischer Ausdruck für jene essbaren Pflanzenteile, die keine Früchte sind.
Dazu gehören Wurzeln wie Kartoffeln, Radieschen und Möhren, aber auch Blätter wie Kohl und Salat. Außerdem bezeichnen wir als Gemüse ganze Pflanzen wie Lauch und Blattsellerie oder Blütenstände und Knospen wie Brokkoli und Kapern. Problematisch wird es, wenn wir Früchte in die Kategorie Gemüse einreihen: Beispiele sind Zucchini, Kürbisse und Gurken.
Diese Begriffsverwirrung tritt zumeist dann auf, wenn die Namen der Alltagsfrüchte mit ihren botanischen Bezeichnungen unter einen Hut gebracht werden sollen.
So operieren Botaniker mit mehreren, aber völlig verschiedenen Fruchtbezeichnungen. Beeren etwa sind saftig und enthalten viele kleine Samen; Steinfrüchte sind ebenfalls saftig, haben im Kern jedoch nur einen einzelnen großen, harten Samen. Kapseln enthalten viele Samen, Nüsse nur einen einzelnen Samen.
Leider ist das „Fruchtvokabular“ der Umgangssprache reich an Ungereimtheiten und Widersprüchlichem: So sind Bananen, Melonen und Gurken im botanischen Sinne Beeren.
Bei den Erdbeeren handelt es sich im botanischen Sinne nicht um Beeren sondern um Sammelnussfrüchte. Die eigentlichen Früchte der Erdbeerpflanze sind nämlich die kleinen, braunen Nüsse, die an der Oberfläche der roten Beere sitzen.
Dagegen ist weder die Kokos- noch die Walnuss eine Nuss, sondern eine Steinfrucht, bei der aber nicht das Fruchtfleisch, sondern der Samen verspeist wird. [Illustrierte Wissenschaft, Nr. 10, November 1992]

Rucksackwissen: Anzahl der Atome im Universum

Ein Stern besteht zu 70% aus Wasserstoff (H2) und zu 30% aus Helium (He). Die anderen Elemente, insbesondere die aus denen die Planeten bestehen, können bei dieser groben Rechnung vernachlässigt werden. Daraus errechnet sich das Durchschnittsgewicht eines Atoms mit 2,14 x 10-27 kg. Die Masse eines Sterns beträgt in der Regel 2 x 1030 kg, enthält also 1057 Atome. Im sichtbaren Universum kann man von 100 Milliarden oder 1011 Galaxien ausgehen, die jeweils 1011 Sterne enthalten. Das ergibt 1022 Sterne. Die Zahl der Atome im sichtbaren Weltall dürfte daher bei 1079 Atomen liegen. Man geht zudem von unsichtbarer, sog. dunkler Materie aus, die etwa 10mal so groß ist, wie die der sichtbaren. 1079 multipliziert mit 10 ergibt dann 1080 (eine 1 mit 80 Nullen) Atome im sichtbaren Universum.
Berechnet man noch einen Unsicherheitsfaktor von 10 000, so bleibt man trotzdem noch deutlich unter 1085. [Illustrierte Wissenschaft, 6/94]