Mord/Totschlag gleich nebenan

Ok, wir wohnen nicht in der besten Wohngegend von Augsburg. Naja man könnte sagen eher in einer der weniger Guten. Aber trotzdem erschreckt es einen dann doch wenn man im Radio hört das in unserem Viertel in Augsburg Hochfeld gestern Abend eine Frau getötet wurde. Es hat sich, wie es bislang heißt, wohl um eine Beziehungstat gehandelt. Der Mann hat sich dann wohl auch selbst bei der Polizei gemeldet. Wenigstens spaziert also kein Mörder rum. Ein komisches Gefühl bleibt aber trotzdem zurück.

Internetkriminalität – Mord und Totschlag

Mord und Totschlag sind, solange man nicht selber betroffen ist, ein spannendes Thema. Das beweisen die vielen TV-Krimis und CSI:Irgendwas Serien recht deutlich. Und da war wohl im Netz eine Mordkarte für Deutschland mehr als überfällig. Doch dank moderner Web2.0 Technik im Google Earth Gewand kann man sich anschauen wo einem Menschen das Leben genommen wurde.

Weitere Hintergründe der Taten kann man bei Mordort nachlesen, dort wird dann auf einer Karte auch der genaue Tatort angezeigt. Und wer Lust hat, kann sich bei diesem neuen mörderischen Web 2.0-Projekt beteiligen, kann also aktuelle oder historische Morde eintragen lassen. Nur selbst begangene Morde sollte man lieber nicht melden, das könnte schlussendlich bös hinter Gittern enden. Gegründet wurde das Projekt Anfang des Jahres. Und nach Aussagen der Betreiber richtet es sich an Krimiliebhaber, Stadtteilforscher, Kulturhistoriker, Krimiautoren und allgemein an Menschen, die mehr über die Umgebung erfahren wollen, in der sie leben. Also an die üblichen Mordverdächtigen.

Natürlich hatte ich auch gleichmal in der Augsburger Gegend geschaut, doch nicht fündig geworden. Sollte man sich vielleicht doch mal überlegen was beizutragen.

Mörderabilia

In den USA ist ein neuer Trend entbrannt und zwar kann man auf „Mörderabilien“-Auktions-Plattformen wie z.B. Murderauction.com Dinge ersteigern die ein Serienkiller, Kinderschänder oder sonst ein Gefangener mit schrecklicher Vergangenheit so anzubieten hat. Es werden neben Bildern die von den Killern gemalt sind auch Gedichte und Fingernägel oder Haare derselben verkauft. Und das schlimmste daran ist, sie werden nicht nur zum Kauf angeboten sondern auch gekauft und zwar für nicht gerade wenig Geld. Es werden aber auch alte irakische Regierungsdokumente angeboten, unterzeichnet vom damaligen Diktator Saddam Hussein – Startgebot: 500 Dollar (320 Euro). Also bitte die Welt ist doch wohl wirklich krank! Warum sollte ich so etwas kaufen bzw. warum kaufen sich Menschen so etwas. Dann kann ich meinem Besuch erzählen: Schaut mal das ist eine Locke von dem Typen der letztes Jahr 25 Frauen vergewaltigt und ermordet hat. Das ist ja irre! Wo ist die Gesellschaft nur angekommen, dass man aus den schwersten Verbrechen auch noch Geld machen kann?!

Tödlicher Holzklotz

holzklotz

Eine unvorstellbare Tat ist gestern Abend auf der A 29 bei Oldenburg passiert. Ein bislang unbekannter Täter hat einen 6 kg schweren Holzklotz von einer Brücke auf das Auto einer 4-köpfigen Familie geworfen. Der Holzklotz trat auf der Beifahrerseite durch die Windschutzscheibe ein und verletzte die zweifache Mutter so schwer, dass sie noch vor Ort ihren schweren Verletzungen erlag.
Ich frage mich: Wer tut so etwas? In letzter Zeit hat man ja auch immer wieder gehört, dass Menschen Steine von Brücken auf Autobahnen werfen. Ich frag mich was in den Hirnen solcher Vollidioten vorgeht?! Ich hoffe das die Polizei den „Holzklotz“-Werfer, welcher übrigens wegen schweren Mordes gesucht wird, bald findet und ihn seiner gerechten Strafe zuführt.

Mord und Totschlag – Yvan Schneider

Die Verurteilung der Täter im Mordfall Yvan Schneider, die Kommentare bei Silke’s Beitrag und weil es mal sein muss möchte ich zum Anlass nehmen mich noch einmal mit dem Thema Mord und Jugendstrafrecht auseinander zu setzen.

Zu allererst sollte mal geklärt werden was der Unterschied zwischen Mord (§211 StGB) und Totschlag (§212 StGB) ist. Das Ergebnis ist bei beiden gleich, das Opfer ist tot. Wie es zu dem gekommen ist macht den Unterschied aus.  Um einen Mord bejahen zu können muss ein oder mehrere Mordmerkmale vorliegen. Zu den subjektiven Mordmerkmalen der 1. Gruppe zählen:

  • Mordlust – Zweck des Handeln ist die Tötung als solche aus Freude an der Vernichtung menschlichen Lebens
  • zur Befriedigung des Geschlechtstriebs – Tötung zwecks sexueller Befriedigung
  • Habgier – ungezügeltes rücksichtsloses Gewinnstreben um jeden Preis.
  • niedriger Beweggrund – Tatantriebe, die sittlich auf tiefster Stufe stehen und nach anerkannten Wertmaßstäben besonders verwerflich und verachtenswert sind

Und zur 2. Gruppe, den objektiven Mordmerkmale, zählt man:

  • heimtückisch – Ausnutzung der auf Arglosigkeit beruhenden Wehrlosigkeit bzw. mittels eines verwerflichen Vertrauensbruches
  • grausam – Verursachung über die „normale“ Tötung hinausgehender körperlicher oder seelischer Qualen aus einer gefühlslosen und unbarmherzigen Gesinnung heraus
  • mit gefährlichen Mitteln – Tatmittel, deren Wirkungsweise der Täter im konkreten Fall nicht sicher zu beherrschen vermag und deren Einsatz zur Gefährdung einer größeren Anzahl von Menschen geeignet ist.

Zur 3. und letzten Gruppe, erneut subjektive Mordmerkmale, zählt man

  • um eine Straftat zu ermöglichen
  • um eine Straftat zu verdecken

Jetzt wo das geklärt wäre kommen wir zurück zum Thema. Der Frage ob die Mörder von Yvan Schneider zu recht zu einer Jugendstrafe verurteilt wurden. Der Vorsitzende Richter hat bei der Urteilsverkündung treffend formuliert das viele 18-Jährige nicht erwachsen seien. Sie wollen es aber sein, sie wollen wie Erwachsene behandelt werden, Auto fahren, Alkohol kaufen und die ekligen Horrorfilme im Kino sehen. Doch manche sind unreif und begreifen nicht was sie mit ihrem Handeln tun. Sie sind einfach gesagt noch nicht erwachsen sondern in ihrer physischen Verfassung noch Jugendliche. Werden solche Menschen straffällig kommt das Jugendstrafrecht zum Einsatz.

Doch waren Deniz E. und Roman K. fähig zu begreifen was sie tun? Ich sage ja, Ihnen war klar was sie tun. Aus rasender Eifersucht den Menschen töten der Deniz‘ Freundin angeblich zum Sex gezwungen hatte. So sollte jeder dran glauben der seinem Engel etwas angetan hatte. Sie war es auch die Yvan zum Tatort gelockt hatte. Dort erwarteten die beiden Täter ihn schon um ihn heimtückisch zu ermorden.

Fassen wir kurz zusammen, die beiden Täter erschlagen heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen einen jungen Menschen der hinterhältig angelockt wurde. Eine schwere Körperverletzung mit Todesfolge wie es die Verteidigung forderte fällt aufgrund des Vorsatzes bezüglich der Mordmerkmale heraus, denn es sollte nicht lediglich „ein Denkzettel verpasst werden“.

Zusammengefasst lässt sich sagen das die beiden Täter wissentlich und willentlich Yvan erschlagen haben. Dabei sind sie äußerst brutal und heimtückisch vorgegangen. So ist mindestens ein Mordmerkmal vorhanden. Weiter waren sich die beiden Täter ihrer Tat bewusst und töteten mit den Wissen um die Konsequenzen. Ob die Täter aus zerrüttetem Elternhaus stammen spielt keine Rolle. Selbst Menschen die in den wohlbehütesten Verhältnissen aufwachsen können zu Mördern werden. So spielt es keine Rolle wo und wie man aufgewachsen ist. Einzig bei Straftaten die innerhalb der Familie passieren lässt sich ein schwieriges Elternhaus als Entschuldigung vorschieben.

So bliebe als Strafe zum einen Erwachsenenstrafrecht und mindestens 10 Jahre. Viktor hatte im Kommentar den Sinn von Haftstrafen in Frage gestellt. Strafen sollen den Tätern vor Augen führen was sie falsch gemacht haben, und zu einer Art Reue führen. Ebenso wird immer eine Resozialisierung angestrebt die die inhaftierten auf das erneute Leben in Freiheit vorbereiten soll. Junge Menschen nehmen weiter die Chance einer Berufsausbildung wahr und kommen oftmals als gereifte  Personen wieder frei. Der Sinn der hinter Strafen steht ist einfach. Man hat einen Fehler gemacht und muss dafür etwas aufbringen. Seien es die 40 Euro beim Schwarzfahren oder telefonieren beim Autofahren oder aber die Haftstrafen bei schweren Straftaten. So sind Straftaten sinnvoll und zu befürworten.

Kommen wir zum Ende. Die Täter haben meiner Meinung nach heimtückisch den jungen Yvan getötet. Den Konsequenzen der Tat bewusst haben sie den Leichnam zerteilt und in die Teile einbetoniert. So hätten sie meiner Meinung nach und den oben aufgeführten Tatsachen nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden müssen.

Urteil im Fall Yvan Schneider

Erst kürzlich hatte ich dazu aufgerufen die „Initiative Yvan Schneider“ zu unterstützen. Leider wurde meine Erwartung, dass Erwachsenenstrafrecht für die Mörder angewandt werden würde, bereits vor einigen Tagen bitter enttäuscht, denn der Oberstaatsanwalt hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Anwendung von Jugendstrafrecht gefordert.

Heute ist nun das Urteil gefallen: Der 19-jährige Deniz E. und sein 18-jähriger Freund Roman K. wurden wegen Mordes zur Höchststrafe von 10 Jahren verurteilt. Die für mich nicht weniger schuldige 17-jährige Sessen K. zu 9 Jahren Haft. Der 23-jährige Mitangeklagte Kaj M., der bei der Beseitigung der Leiche geholfen hatte, wurde zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten wegen versuchter Strafvereitelung verurteilt.

Gewalttätiges Pack

In letzter Zeit häufen sich gewalttätige Übergriffe die durch übermäßige Brutalität herausstechen. Der jüngste Zwischenfall fand in Berlin statt. Dort stieß eine 20-Jährige einen dunkelhäutigen 19-Jährigen vor die herannahende U-Bahn. Vermutet wird eine fremdenfeindlicher Hintergrund. Dem Mordversuch, wegen dem ermittelt wird, ging nämlich schon Beschimpfungen Ausländerfeindlicher Natur voraus.

Doch das ist noch nicht alles. Erst am Samstag wurde ein 44-Jähriger der einer Gruppe junger Frauen zur Hilfe kommen wollte von einem 20-Jährigen brutalst niedergeschlagen. Und in Berlin wurde ein couragierter Busfahrer niedergestochen weil er einer jungen Frau bei einer Streitigkeit mit zwei jungen Männern helfen wollte.

Weitere Übergriffe in den letzten (!) drei Monaten:

  • 13. Februar 2008: In einem Münchner U-Bahnhof schlitzt ein 64-Jähriger Obdachloser einem 26-Jährigen Studenten das Gesicht auf. Der Student muss notoperiert werden.
  • 8. Januar 2008: Drei Teenager schlagen in einem Berliner S-Bahnhof einen 30-Jährigen zusammen.
  • 1. Januar 2008: Während eines Streits über zu laute Musik schlagen drei Jugendliche in einer Münchner U-Bahn zwei Männer zusammen. Das eine Opfer wird schließlich noch mit einem Ziegelstein schwer am Kopf verletzt.
  • 24. Dezember 2007: Nach einem Streit um eine Zigarette im Münchner Hauptbahnhof prügeln sich zwei Männer krankenhausreif.
  • 22. Dezember 2007: Zwei Jugendliche schlagen in einer Münchner U- Bahn-Station einen 76-Jährigen Rentner zusammen. Das Opfer erleidet mehrere Schädelfrakturen mit Einblutungen ins Gehirn. Der Rentner hatte zuvor die beiden Männer in der U-Bahn gebeten, ihre Zigaretten auszumachen.
  • quelle

Ich muss mich bei solchen Nachrichten fragen was aus unserer Gesellschaft geworden ist. Wie kann es zu solch einer Verrohung kommen. Langeweile? Perspektivlosigkeit? Spaß an Gewalt?

In Anbetracht der Brutalität mit der die Taten begangen worden sind verbietet es sich, meiner Meinung nach, eine Diskussion über die Anwendung des Jugendstrafrechts für über 18 Jährige von vorn herein. Ab 18 will man wie ein Erwachsener behandelt werden und das soll man doch auch. Argumente das man evtl. die Tragweite seiner Handlungen nicht überblicken kann sind für mich sehr weit hergeholt. Immobilien, die größten Geschäfte die man meines Wissens tätigen kann, darf man mit 18 auch schon kaufen. Und weiß ich als 18-jähriger was ich mir da einhandel‘? Warum kann ein 32-jähriger nicht auch nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden, der kann doch vielleicht auch die Tragweite seines Handeln nicht überblicken.

Übrigens Windows Live Writer’s Rechtschreibkorrektur schlägt für Jugendstrafrechts Prügelstrafe vor. Was das wohl bedeuten soll.

Erwachsenenstrafrecht für die mutmaßlichen Mörder von Yvan Schneider

Sicher hat letztes Jahr jeder von Euch von dem schrecklichen Mord an dem 19-jährigen Yvan Schneider gehört. Solltet ihr Euch nicht mehr daran erinnern hier der wahrscheinliche Tathergang: Yvan Schneider wurde am 21.08.07 auf bestialische Weise ermordet. Er wurde abends nach dem Handball-Training von einem jungen Mädchen (16 Jahre alt) unter einem Vorwand aus dem Haus gelockt. Sie sind gemeinsam zu einem Wiesenstück am Ortsrand von Kernen-Rommelshausen gegangen – dort wurde Yvan von drei jungen Männern (18, 18 und 23 Jahre alt) erwartet, die ihn brutal erschlagen haben – er hatte nicht die geringste Chance! Anschliessend brachten sie ihn in eine Lagerhalle und später in eine Wohnung, um ihn zu zerstückeln, in Gefässe einzubetonieren und anschliessend im Neckar zu versenken. Diese Tat hat mehrere Tage beansprucht, an denen die Täter immer wieder zu ihren täglichen Geschäften, in ihren Alltag zurückgekehrt sind.

Ich denke ich muss keinem von Euch sagen das es sich dabei um ein schreckliches Verbrechen handelt. Meiner Meinung nach und auch der Meinung von „Initiative Yvan Schneider“ sowie bereits auch von 15.452 anderen Menschen (Stand 09.02.08) die für die Initiative unterschrieben haben, soll für die Täter nicht das Jugendstrafrecht sondern das Erwachsenenstrafrecht angewandt werden. Wenn ihr auch der Meinung seid und dies zeigen wollt unterschreibt doch auch für die Anwendung des Erwachsenenstrafrechts und schickt die Liste dann wieder an die „Initiative Yvan Schneider“. Die 55 Cent für ne Briefmarke sollten doch drin sein.

Warum ich mich dafür einsetze fragt ihr Euch? Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens finde ich es richtig wenn solch brutale junge Menschen nicht mehr wie Kinder sondern wie Erwachsene behandelt werden denn genau so haben sie auch gehandelt und zweitens gebe ich auch zu das ich gebürtig aus der Nähe des Tatorts komme und die Sache mich selbst so noch etwas betroffener macht. Drittens sollte endlich gezeigt werden das das jüngere Alter nicht vor härteren Strafen schützt.

Prozessauftakt war zwar bereits am 11.02. aber die Initiative sammelt die Unterschriften natürlich noch weiter! Zu Beginn des Prozesses wurde auch gegen Gewalt demonstriert, denn „Gewalt hilft niemals weiter“

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