Infos für „Wiesn-Neulinge“

Kurz vor Start des 174. Münchner Oktoberfests hat Welt-Online einen Schnellkurs für die Wiesn in’s Netz gestellt. Hier einige Auszüge davon. (Wer noch weitere Tipps hat einfach im Kommentar mitteilen)

Was anziehen?

Für Frauen gilt: Natürlich Dirndl. Aber bitte ein klassisches, nicht eins von diesen aufgemotzten Teilen, die sich gern Dirndl-Coutureoder Designertracht nennen. Auch die sackleinene Landhausmode ist tabu. Für die Schürze zum Dirndl gilt: Sitzt die Schleife rechts, bedeutet das, dass Sie nicht mehr zu haben sind. Sitzt sie links, signalisiert sie: „Ich bin frei.“ Anders als bei Hochzeitskleidern ist secondhand keine Schande.
Für Männer wird es schwieriger, denn die Anschaffung einer Lederhose ist kostspielig. Eine gebrauchte ist auch keine Alternative, weil sich so ein Stück dem Körper seines Trägers anpasst. Es müssen also nur passionierte Wiesngänger Krachlederne tragen. Allgemein gilt: Von lustigen Kopfbedeckungen aus Plüsch ist abzusehen.

Welches Zelt?

Immer wieder fallen die Namen „Hippodrom“, „Schottenhamel“ und „Schützen-Festzelt“. Das wissen alle, außer den Touristen. Die sitzen im „Hofbräuzelt“. Weniger zünftig geht es in „Käfer’s Wiesn-Schänke“ zu, dafür feiern dort der FC Bayern und alle, die ihre Gesichter gern vor Kameras halten. Weiterer Pluspunkt: Hier (und im „Weinzelt“) darf bis 1 Uhr gefeiert werden, alle anderen schließen schon um 23.30 Uhr.

Alkohol

Es hilft nichts, wer auf der Wiesn sitzt, muss trinken. Aber die Wiesnbiere haben gut ein Prozent Alkohol mehr als gewöhnliches Bier, da heißt es vorsichtig sein! Denn wer einmal aus dem Zelt geht, weil er „frische Luft schnappen“ musste, kommt garantiert nicht wieder rein.
Eins noch: Eine Maß (Kostenpunkt 7,30 bis 7,90 Euro) wird folgendermaßen gehalten: mit der Hand so durch den Griff greifen, dass er zwischen Daumen und Zeigefinger lagert, die Finger liegen am Krug. Sie werden Muskelkater im Oberarm bekommen, aber Sie haben getrunken wie ein Profi.

Traditionelle Fahrgeschäfte

Die Wiesn hat wunderbare Fahrgeschäfte mit Tradition. Ein anarchisches Vergnügen ist zum Beispiel der Besuch des Teufelsrads. Dort geht es darum, sich möglichst lange auf einer rotierenden Scheibe zu halten. Erschwert wird das durch einen hin- und herschwingenden Ball, der auch den Hartnäckigsten irgendwann purzeln lässt.
Gesitteter geht es bei der Krinoline zu: Das sich im moderaten Tempo drehende Karussell gibt es seit 1924 auf der Wiesn, seit den 30er-Jahren sorgt eine Blaskapelle für die musikalische Untermalung.
Der fast 90 Jahre alte Toboggan ist im Prinzip eine Rutschbahn. Die Gäste werden mit einem Förderband auf den Rutschenturm transportiert. Vorsicht: Das Fahren auf dem Förderband ist nach ein paar Maß eine echte Herausforderung.