I schwätz schwäbisch ond du?

Die alte Kiehvotz hat eine Blogparade zum Thema Dialekte gestartet und da muss ich doch auch was dazu schreiben. Ich selbst bin nahe Stuttgart aufgewachsen und spreche daher schon immer schwäbisch. Ich hatte damit auch nie ein Problem, auch nicht als ich meine Ausbildung beim Staat gemacht habe, bis zu dem Zeitpunkt als Bastie und ich uns kennenlernten. Sympathisch war mir der nette junge Mann ja gleich zu Beginn. Problematisch war nur das wir uns zunächst nur sprachlich gesehen kaum verständigen konnten. Bastie hat mich als „Raigschmeggdr“ (nach Baden-Württemberg Zugezogener) nicht wirklich verstanden und ich hatte mit seinem sächsisch-thüringischen Dialekt auch so meine Schwierigkeiten. Aber irgendwann haben wir das dann auch auf die Reihe bekommen und dann haben wir uns auf zu den Augschburgern gemacht. Meinen schwäbischen Dialekt habe ich aber ehrlich gesagt bis heute nicht wirklich abgelegt, was mir in Augsburg oft die Frage einbringt „Wo kommst du eigentlich her?“ (so als ob ich aus dem Ausland kommen würde 😉 ). Aber was soll’s, ich stehe zu meinem Dialekt und fertig. Natürlich spricht man nicht mit jedem im breitesten schwäbisch und Vorträge versuche ich natürlich auch auf Hochdeutsch zu halten, aber im privaten Bereich schwätz ich eben so wie mir ‚d Goscha gwagsa isch (wie mir also der Mund gewachsen ist). Was ich aber normalerweise nicht mache ist auf schwäbisch zu schreiben. Das kann ich irgendwie nicht leiden. Wie schaut es bei euch so mit dem Thema Dialekt aus?

Vor einiger Zeit hatte ich bereits etwas über Schwobanflüche geschrieben (Teil 1, 2, 3) und hier kommt auch gleich einer: Ha, Dua kôsch ja nedd reachd bacha sei (Ha, du bist ja nicht ganz dicht oder Ha, du bist ja nicht ganz sauber im Kopf oder ganz einfach Ha, du spinnst. Ganz wie man es auslegen will  |D )

8 Gedanken zu „I schwätz schwäbisch ond du?“

  1. Ui, der nächste Schwabe, der an der Blogparade teilnimmt. Von euch muss doch irgendwo ein Nest sein 🙂

    Danke für deinen Beitrag und auch die Links zu deinen Schimpf-Beiträgen!

    Am besten finde ich „soen Schoofscheiß“ oder auch „JaihrôgschissaneôgnaagdeHennaköpfvarreggde“ aus dem 2ten Beitrag. Wobei ich sagen muss: Da musste ich schon 2mal lesen, eh ich verstanden habe, was das heißt 🙂

    Gruß alte-Kiehvotz

  2. @alte-Kiehvotz: Ich glaub es gibt sicher einige Beiträge von uns Schwaben da wir (ähnlich wie die Sachsen) so viel Prügel für unseren Dialekt einstecken müssen, aber trotzdem unseren Dialekt mögen und ihn in die weite deutsche Welt hinaustragen wollen 😉 Freut mich das dir auch die links zu den Fluchbeiträgen gefallen haben.

  3. Hm, dass das Schwäbisch ebenfalls „verpönt“ wird, ist mir bisher noch nicht aufgefallen. Gut, es machen sich viele über die Aussprache etwas lustig, aber so krass wie beim Sächsischen ist das nicht. Die Sachsen werden ja teilweise als Strohdoof dargestellt, nur weil der Dialekt eher gewöhnungsbedürftig klingt 🙂

    Aber mich juckt das nicht, solln doch die anderen denken, was sie wollen. Solange ich meinen Spass habe 😉

  4. Hach…ich bin ja auch so ein Schwoab…. aber leider hab ich es mir vorallem in den Zeiten als ich zu Hause auszog sehr von anderen vermiesen lassen.

    Ich wurde sehr hochdeutsch erzogen und somit bricht das schwäbische zwar durch wenn ich mal zu Hause bin, aber im Alltag ist davon nichts mehr zu hören. Mir glaubt immer kein Mensch das ich Schwabe bin.

    Leider kenne auch das, das viele Menschen das schwäbische noch weniger mögen als das bayrische. Als ich damals nach Duisburg gegangen bin, wurde ich z.B. sehr extrem aufgezogen wenn ich gesagt habe: …da frägt man sich ob blablaa.
    Da kam dann immer: Das sagt man nicht, es heißt ja auch nicht Frägebogen. Auch mein damaliger Freund als Nordeutscher kam nie mit dem Dialekt klar und so ist er halt verschwunden…

    Eigentlich schade…ich liebe ihn sehr, aber mitlerweile bin ich schon zu lange aus Schwaben weg als das er wieder kommen würde 🙁

  5. Aaalso ich komme ja aus Köln und dementsprechend spricht und trinkt man hier Kölsch. Auch ich kann kölsch sprechen. Aber ich tue dies ziemlich selten, da ich finde, dass sich unser Dialekt leicht, na wie soll ich sagen, asozial anhört… *g* Michael spricht eigentlich immer kölsch und nur selten Hochdeutsch. Er wurde mit diesem Dialekt erzogen und kann ihn sich nur schwer abgewöhnen. Manchmal nervt mich das… Ävver, wat wellste maache…? 😉

  6. @ DieBratze: Obwohl ich schon den Köllner Dialekt in meiner Blogparade habe, wäre ich trotzdem erfreut, wenn du auch daran teilnehmen würdest 🙂

    Schließlich hilft jeder Beitrag mehr, die Dialekte in Deutschland wieder etwas ins gute Licht zu rücken 😉

    Gruß Benjamin

  7. Pingback: alte-kiehvotz.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.