Lange hat es nicht gedauert – Killerspielverbot

Sorry aber das muss ich jetzt mal loswerden. Nach dem schrecklichen Vorfall in meiner ehemaligen Heimatstadt hat es nicht lange gedauert das die alte Diskussion über sogenannte Killerspiele losgetreten wurde. Die altehrwürdige CDU/CSU bzw. der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Hans-Peter Uhl fordert ein Umdenken bei der Altereinstufung von Computerspielen. Auch wenn nach bisherigen Ermittlungen Gewaltspiele keine entscheidende Rolle gespielt haben muss das scheinbar immer wieder hochgekocht werden.

Zugegeben Counterstrike und co. sind nicht die feinsten Spiele. Aber es sind und bleiben Spiele. Dessen sind sich sicherlich auch die Menschen bewusst die sie spielen. Wer wirklich meint damit für den nächsten Häuserkampf trainieren zu können kann ja mal mit Sim City ein Gewerbegebiet planen um es später in die Tat umzusetzen. Es ist meiner Meinung nach ein riesen großer Unterschied ob ich auf einen Pixelhaufen in menschlicher Gestalt schieße oder auf einen echten Menschen. Es gehört vielmehr dazu einen Menschen wirklich zu töten als das Verlangen das Gefühl beim Abdrücken zu erleben. Die Schuld bei Dingen zu suchen die man selbst nicht versteht und verstehen will ist zwar der einfachste aber grundsätzlich falsche Weg. Man braucht sich die Amokläufer doch nur mal anschauen. Alle waren unbeliebt oder als Spinner abgestempelt und nicht für ernst genommen bzw. mussten als Zielscheibe für Spott und Hohn herhalten. Alle wurden in gewisser Weise gedemütigt. Da ist es für mich verständlich das man irgendwann die Schnauze voll hat. Die einen wechseln den Wohnort, andere Hauen mit der Faust auf Tisch und leider sehen vereinzelte einen Ausweg in der Rache. Allen gemein ist das sie sich wehren gegen das was man ihnen angetan hat.

Heut im Radio wurden Augsburger Schüler interviewt. Eine Aussage eines Jugendlichen war die das man wieder mehr Respekt untereinander haben muss. Wenn man sich gegenseitig respektiert und miteinander statt gegeneinander leben würde könnte das Leben viel harmonischer sein. Mag sein das es utopisch ist und nach Rosaroter-Brille schmeckt. Aber im Grundsatz ist das, meiner Meinung nach, ein richtiger Ansatz. Natürlich muss nicht jeder jedem Blumen schenken, aber ein gewisses Maß an Respekt seinen Mitmenschen gegenüber und dem was sie machen reicht schon. Nur wie bringt man unseren Kindern Respekt und gegenseitige Achtung bei? Vielleicht sollten sich unsere Politiker darüber mal Gedanken machen statt über aussichtslose Massnahmen zu diskutieren. Wenn ich will komm ich an alles ran auch wenn es verboten ist.


Andere Meinungen:

8 Gedanken zu „Lange hat es nicht gedauert – Killerspielverbot“

  1. Ich kann nur sagen „Du hast Recht“

    Buddha’s Zitat
    „Nicht durch die Feindschaft kommt in dieser Welt Feindschaft zur Ruhe. Durch Nichtfeindschaft kommt sie zur Ruhe.”

    Da ist was Wahres dran finde ich und hat auch irgendwie was mit Respekt zu tun.

    Ich weiß ja auch nicht, aber so was wie gegenseitiger Respekt – sowas kennen die gar nicht mehr und es ist ziemlich traurig.

    Die Generationen nach uns sind so wie so alle teilweis unerzogen – so empfinde ich das! :((
    Also das habe ich schon in der 10 Klasse so empfunden, als die 7 Klässer neu dazu kamen…..die waren rotz-frech!!

  2. Ich sehe das genauso wie du… leider ist es immer leichter solche Taten mit den BÖSEN Computerspielen zu erklären.

    Tim K. war ja auch Sportschütze bzw. im Schützenverein und da ist eine solche Kombi mit Demütigung und Respektlosigkeit und „Sportschütze“ für mich viel gefährlicher!

    Anscheinend ist es in der Familie „normal“ gewesen mit Waffen umzugehen. Für mich gehören Pistolen oder Gewehre nicht in einen Haushalt.

    Wie du schon sagst, ist es aber natürlich vom Grundgedanken her besser, wenn die Kids oder Menschen sich mit mehr Respekt behandeln würden. Leider ist es aber in der heutigen Zeit ein Traum.

    Gehe einfach mal auf die Straße und fang an zu beobachten. Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren leben für sich und jeder ist nur auf sich bedacht, wenn es nicht so ist wird beschimpft oder runtergemacht!

    Ich kann da nur vor meiner eigenen Haustür kehren und ich lebe bzw. versuche mein Leben nicht so zu leben. Ich fange bei mir an und werde auch so meine Kinder erziehen und auch so mein Leben leben. Ich bin für Zivilcourage und Miteinander leben – wenn jeder so handelt, dann könnten solche Amokläufe verhindert werden! Das ist aber leider alles Träumerei… 🙁

  3. Ich sehe das so ähnlich, nun sucht man eben mal wieder nach einem Grund warum dieser Junge das getan hat und der einfachste Grund ist eben, dass man behauptet die Computerspiele seien Schuld. Teilweise glaub ich das schon aber warum hat eine Familie mit zwei Kindern soviele Waffen zu Hause ? Vor allem, wenn der Junge in psychischer Behandlung war ? Da muss man doch als Eltern reagieren und alles dafür tun, dass er wieder gesund wird und ihn nicht auch noch unterstützen in dem man ihm solche Soft Air Waffen kauft. Ich bin der Meinung, dass vieles auch an den Eltern liegt. Ich hab zwar keine Kinder aber man merkt doch mit den Jahren wie ein Kind sich entwickelt und wenn ich das Gefühle habe, er hat keine Freunde usw. dann muss ich mir als Elternteil doch etwas einfallen lassen damit er unter Leute kommt und ihn nicht noch mit Computerspielen etc. unterstützen.

    Es ist total schrecklich wenn man an der Schule vorbei fährt, wie viel Blumen und Kerzen niedergelegt wurden und das schlimme ist, es sind leider immer noch soviele Reporter da, die die Passanten nicht in Ruhe lassen. Ich find man sollte die Leute jetzt in Ruhe lassen, damit sie das verarbeiten können aber Reporter sind eben so…

    Man redet jetzt nur noch davon aber wie lange hält es an ? Bis nächsten Samstag, wenn die offizielle Trauerfeier ist, denn danach ist alles vorbei. Da redet von den Reportern keiner mehr davon oder von den Politikern, da geht alles wieder „normal“ weiter aber das man doch etwas ändern muss, dass möchte dann niemand mehr wahrhaben 🙁

  4. Die Politiker können leider nicht bei jedem einzelnen Kind in die Erziehung eingreifen. Desswegen ist es doch viel leichter die Spiele verantwortlich zu machen.

    Solange es arm und reich, groß und klein, dick und dünn gibt wir es Grüppchenbildung in der Schule geben. Und solange es Grüppchen gibt hört auch die Stänkerei nicht auf.
    Klar gab es früher auch schon Plügeleien auf den Schulhöfen, aber dabei musste meines Wissens nach nie jemand sterben. Dafür hatten die Kids viel zu viel Respekt vor dem Leben.

    Die wirklich schrecklichen Sachen fingen erst an als es losging uns schlecht zu gehen. Die soziale Kluft wird immer größer – nicht nur zwischen arm und reich. Die Kids können kein deutsch mehr was echt erschreckend ist. Wer deutsch kann ist ein Streber und Außenseiter und wer cool ist, den versteht keiner mehr… das ist nur ein Beispiel was vor einigen Jahren noch ganz anders ausgesehen hat.

  5. Der Amokläufer war auch Hosenträger, soweit ich weiß. Man sollte also Hosen verbieten, es könnte ein Zusammenhang bestehen.

    Irgendwie ist das alles nur eine verzweifelte Suche nach dem Warum. Es ist nicht alles so viel schlimmer geworden, wie es hier in einigen Kommentaren geschrieben wird. Ein Amoklauf ist immer ein Extremfall, keine gesellschaftliche Strömung. Schließlich werden aus den meisten Kindern immer noch ordentliche Bürger.

    Das wird in der Medienrealität leider anders dargestellt, da gibts ja nur noch kriminelle, gewalttätige und dumme Schüler.

  6. @all: Da bin ich aber erleichtert das ich mich mit meiner Meinung nicht allzu sehr aus dem Fenster gelehnt hab.
    Vielen vielen Dank für eure ausführlichen Stellungnahmen.

  7. Die „Killerspiele“ bzw. Counterstrike um das es ja hauptsächlich bei Tim K. geht, sind/ist ein Mosaiksteinchen gewesen. Es war nicht der Auslöser und auch nicht die Ursache, aber es hat mit Sicherheit dazu beigetragen, genauso, wie der Schützenverein, seine Brille, die Koteletten, das Wissen um die versteckte Waffe, die hohe Anzahl an Munition, der Amokläufer kurz davor in den USA, psychische Labilität, usw….
    Es ist zu einer Verkettung unglücklicher Umstände gekommen.
    Vor ein paar Jahrzehnten hat es auch schon Amokläufe gegeben, da gab es noch keine Computer. Die alleinige Schuld nun in Computerspielen zu suchen wäre grund verkehrt und ein Verbot würde zu nichts führen.
    Auch mit einem Verbot können Amokläufe nicht verhindert werden.

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