Mord und Totschlag – Yvan Schneider

Die Verurteilung der Täter im Mordfall Yvan Schneider, die Kommentare bei Silke’s Beitrag und weil es mal sein muss möchte ich zum Anlass nehmen mich noch einmal mit dem Thema Mord und Jugendstrafrecht auseinander zu setzen.

Zu allererst sollte mal geklärt werden was der Unterschied zwischen Mord (§211 StGB) und Totschlag (§212 StGB) ist. Das Ergebnis ist bei beiden gleich, das Opfer ist tot. Wie es zu dem gekommen ist macht den Unterschied aus.  Um einen Mord bejahen zu können muss ein oder mehrere Mordmerkmale vorliegen. Zu den subjektiven Mordmerkmalen der 1. Gruppe zählen:

  • Mordlust – Zweck des Handeln ist die Tötung als solche aus Freude an der Vernichtung menschlichen Lebens
  • zur Befriedigung des Geschlechtstriebs – Tötung zwecks sexueller Befriedigung
  • Habgier – ungezügeltes rücksichtsloses Gewinnstreben um jeden Preis.
  • niedriger Beweggrund – Tatantriebe, die sittlich auf tiefster Stufe stehen und nach anerkannten Wertmaßstäben besonders verwerflich und verachtenswert sind

Und zur 2. Gruppe, den objektiven Mordmerkmale, zählt man:

  • heimtückisch – Ausnutzung der auf Arglosigkeit beruhenden Wehrlosigkeit bzw. mittels eines verwerflichen Vertrauensbruches
  • grausam – Verursachung über die „normale“ Tötung hinausgehender körperlicher oder seelischer Qualen aus einer gefühlslosen und unbarmherzigen Gesinnung heraus
  • mit gefährlichen Mitteln – Tatmittel, deren Wirkungsweise der Täter im konkreten Fall nicht sicher zu beherrschen vermag und deren Einsatz zur Gefährdung einer größeren Anzahl von Menschen geeignet ist.

Zur 3. und letzten Gruppe, erneut subjektive Mordmerkmale, zählt man

  • um eine Straftat zu ermöglichen
  • um eine Straftat zu verdecken

Jetzt wo das geklärt wäre kommen wir zurück zum Thema. Der Frage ob die Mörder von Yvan Schneider zu recht zu einer Jugendstrafe verurteilt wurden. Der Vorsitzende Richter hat bei der Urteilsverkündung treffend formuliert das viele 18-Jährige nicht erwachsen seien. Sie wollen es aber sein, sie wollen wie Erwachsene behandelt werden, Auto fahren, Alkohol kaufen und die ekligen Horrorfilme im Kino sehen. Doch manche sind unreif und begreifen nicht was sie mit ihrem Handeln tun. Sie sind einfach gesagt noch nicht erwachsen sondern in ihrer physischen Verfassung noch Jugendliche. Werden solche Menschen straffällig kommt das Jugendstrafrecht zum Einsatz.

Doch waren Deniz E. und Roman K. fähig zu begreifen was sie tun? Ich sage ja, Ihnen war klar was sie tun. Aus rasender Eifersucht den Menschen töten der Deniz‘ Freundin angeblich zum Sex gezwungen hatte. So sollte jeder dran glauben der seinem Engel etwas angetan hatte. Sie war es auch die Yvan zum Tatort gelockt hatte. Dort erwarteten die beiden Täter ihn schon um ihn heimtückisch zu ermorden.

Fassen wir kurz zusammen, die beiden Täter erschlagen heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen einen jungen Menschen der hinterhältig angelockt wurde. Eine schwere Körperverletzung mit Todesfolge wie es die Verteidigung forderte fällt aufgrund des Vorsatzes bezüglich der Mordmerkmale heraus, denn es sollte nicht lediglich „ein Denkzettel verpasst werden“.

Zusammengefasst lässt sich sagen das die beiden Täter wissentlich und willentlich Yvan erschlagen haben. Dabei sind sie äußerst brutal und heimtückisch vorgegangen. So ist mindestens ein Mordmerkmal vorhanden. Weiter waren sich die beiden Täter ihrer Tat bewusst und töteten mit den Wissen um die Konsequenzen. Ob die Täter aus zerrüttetem Elternhaus stammen spielt keine Rolle. Selbst Menschen die in den wohlbehütesten Verhältnissen aufwachsen können zu Mördern werden. So spielt es keine Rolle wo und wie man aufgewachsen ist. Einzig bei Straftaten die innerhalb der Familie passieren lässt sich ein schwieriges Elternhaus als Entschuldigung vorschieben.

So bliebe als Strafe zum einen Erwachsenenstrafrecht und mindestens 10 Jahre. Viktor hatte im Kommentar den Sinn von Haftstrafen in Frage gestellt. Strafen sollen den Tätern vor Augen führen was sie falsch gemacht haben, und zu einer Art Reue führen. Ebenso wird immer eine Resozialisierung angestrebt die die inhaftierten auf das erneute Leben in Freiheit vorbereiten soll. Junge Menschen nehmen weiter die Chance einer Berufsausbildung wahr und kommen oftmals als gereifte  Personen wieder frei. Der Sinn der hinter Strafen steht ist einfach. Man hat einen Fehler gemacht und muss dafür etwas aufbringen. Seien es die 40 Euro beim Schwarzfahren oder telefonieren beim Autofahren oder aber die Haftstrafen bei schweren Straftaten. So sind Straftaten sinnvoll und zu befürworten.

Kommen wir zum Ende. Die Täter haben meiner Meinung nach heimtückisch den jungen Yvan getötet. Den Konsequenzen der Tat bewusst haben sie den Leichnam zerteilt und in die Teile einbetoniert. So hätten sie meiner Meinung nach und den oben aufgeführten Tatsachen nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden müssen.

5 Gedanken zu „Mord und Totschlag – Yvan Schneider“

  1. Diese Tat Yvan Schneider ist furchtbar und abscheulich! Mich nimmt dieser Fall sehr mit. Von dieser Tat habe ich letzten Sommer noch gar nichts mitbekommen! Erst, als ich es in den Zeitungen des Prozesstermins las hatte ich am Abend der Nachricht Angstzustände und konnte nicht einschlafen. Schon ab da nahm mich dieser Fall sehr mit! Ich kann sehr gut empfinden, was die Eltern, die Angehörigen und die Freunde Yvans fühlen! Seit dieser Tat lehne ich Gewalt in den Medien strikt ab und ekele mich vor Fleisch! Warum wurde er ermordet? Diese „Monster“ (Deniz, Sessen, Kai …) gehören auf den Elektrischen Stuhl! Das ist meine Meinung! Dass diese Bestien wieder nach ein paar Jahren auf freien Fuß dürfen ist unerträglich für mich! Solangsam frage ich mich, ob diese BRD das Beste für Deutschland ist, weil sie so viel tolleriert oder wegschaut und keine Gerechtigkeit oder Schutzempfinden an die Bürger gibt! Meine Anteilnahme gilt auch hier der Famile Schneider!! Fox

  2. Hallo,

    als direkt Betroffener möchte ich mich kurz zu Wort melden. Ich möchte mich nicht darüber auslassen ob das Strafmass gerechtfertigt ist. Ob 7,8,10 oder 20 Jahre angemessen sind ist meiner Meinung nach unerheblich. Ganz wichtig ist für mich, wie solche Taten zu verhindern sind und wie wir es schaffen, dass die Hemmschwelle zur Gewaltbereitschaft wieder höher gestellt wird.
    Es ist absolut nicht nachvollziehbar, dass immer mehr gewaltätige Computerspiele, aktiongeladene Filme, sexbeladene und menschenunwürdige “ Pausenfüller “ auf den Multimediamarkt kommen.
    Auch ist es beschämend, dass Behörden mitunter hier und da wegschauen, oder auch wegschauen müssen, aus welchen Gründen auch immer, wenn Mitglieder unserer Gesellschaft zu Schaden kommen.
    Ich weiss, dass es sehr schwierig ist dem entgegen zu tretten. Wieviele Mitbürger werden im Stich gelassen wenn sie die von unseren Politikern eingeforderte Zivilcourage aufbringen um bedrohte Menschen zu helfen. Wenn dem Täter gegenüber mehr Verständniss aufgrund seines Umfeldes aufgebracht wird als dem Opfer und seiner Familie wird sich jeder überlegen inwieweit er eingreift.
    Ich denke mal, dass wir alle präsenter sein müssen. Denn aus der jetzigen Spassgesellschaft ist seit langem Ernst geworden.
    Ich habe die größten Probleme damit, nachdem sich der Todestag von Yvan nun gejährt hat, meinen Sohn aufzufangen. Dass er seinen besten Freund auf so eine Art und Weise verloren hat wird eine lange zeit dauern zu begreifen. Ich hoffe sehr ihm dabei helfen zu können.
    Dietmar Schubert

  3. Hallo,
    ich habe gestern den Bericht im Fernsehen gesehen und bin fassungslos. Eine solche Brutalität und Grausamkeit. Dafür kann und darf es nur eine lebenslange Strafe für alle Täter geben.
    Mene Gedanken sind bei der Familie und den Freunden von Yvan.
    Marion

  4. Hallo,
    ich habe heute eine Doku darüber im TV gesehen und bin auch total erschüttert.
    Das sich diese Tat auchnoch hier in meiner unmittelbaren Umgebung abgespielt hat
    ist für mich unfassbar…
    Was geht in manchen Köpfen nur vor?? Ich begreif es einfach nicht!
    Wie können Menschen nur derartig gefühlslos sein…ich bin zwar kein tief
    gläubiger Mensch, ich hoffe aber das es soetwas wie eine Hölle gibt.

    Wiedermal ein Fall der einem den Atem raubt…
    Mit dieser Tat haben die Täter doch ganz klar gezeigt das sie nicht fähig sind sich
    der Gesellschaft anzupassen..warum um alles in der Welt werden sie sich dort
    schon bald wieder frei bewegen dürfen?? Ich bin jetzt 22 und selbst mit 18 hätte ich sehr wohl gewusst was ich da täte!! …Deren *Hirne* sind vergiftet da helfen auch keine 10 Jahre zur Besserung die gehören einfach weggesperrt für immer zum Schutze der Bevölkerung!

    Mein tiefstes Beileid an Familie und Angehörige 🙁

  5. Für mich als direkt Betroffene (ehem.Mitschülerin von Yvan) ist es immer sehr interessant zu sehen, wie andere – ,,Außenstehende“ – drüber denken. Ich bin ebenso der Meinung, dass diese Menschen genau wußten, was sie machten und dafür müssen sie auch die Konsequenzen ziehen, ob ihnen,ihren Angehörigen und Anwälten das passt oder nicht. Auch bin ich der Meinung, dass unser Rechtssystem zu viel tolleriert; nach ein paar Jahren Gefängnis sind die allerwenigsten Schwerverbrecher, Mörder etc. resozialisiert,die meisten machen danach genau so weiter und lernen auch nach dem 2ten und 3ten Mal nix…ein Verbrecher bleibt ein Verbrecher, das Grundwesen eines Menschen kann man einfach nicht verändern; wer andere Menschen tötet, egal ob geplant oder im Affekt der Handlung, gehört weggesperrt und zwar für IMMER. Wenn ein Deutscher das gleiche einem Türken in der Türkei angetan hätte, würde dieser das Land nicht mehr leben verlassen… Deshalb muss ein Umdenken in unserer Strafjustiz statt finden. Hierzu gibt es eine Unterschriftenaktion: http://www.yvanschneider.de

    Diana

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