Was ist das EG Bio-Siegel wert

Wie wir ja alle wissen ist Bio „in“. Grundsätzlich finde ich das sehr gut, denn ich hatte bereits vor dem „Biowahn“ im Bioladen eingekauft. Was mich als echter Bio-Fan an diesem „Biowahn“ aber total stört das die Menschen einfach alles kaufen wo Bio drauf steht und sich überhaupt nicht mit dem Sinn von Bioprodukten auseinandersetzen sondern nur auf den Zug des gesunden Essens aufspringen. Die meisten „neu Bio Käufer“ kaufen ihre Ware in normalen Supermärkten, so dass es sich bei den Produkten größtenteils um Ware mit EG Bio-Siegel handelt. Dieses ist aber aus meiner Sicht einfach das Wort Bio nicht wert. Natürlich ist auch hier einiges besser als beim konventionellen Anbau, aber vieles ist hier einfach nicht geregelt oder viel schlechter geregelt als im alt her gebrachten Bio Sinn. Ich hab daher mal eine Vergleichstabelle dargestellt die einige Unterschiede zwischen der Bioland-Richtlinie und der EG-Öko-Verordnung aufzeigt. Man könnte sicher auch einen Vergleich zu Demeter-Richtlinien herstellen aber da würde die EG-Öko-Verordnung noch schlechter abschneiden.

Bioland Verband

EG-Öko-Verordnung

Allgemeines

Bewirtschaft- ungsform Gesamtbetriebsumstellung, ausschließlich ökologische Bewirtschaftung aller Betriebszweige vorgeschrieben Teilumstellung möglich, ökologische und konventionelle Bewirtschaftung in einem Betrieb möglich
Betriebs- umstellung Mindestumstellungszeit vor Vermarktung von pflanzlichen und tierischen Öko-Produkten vorgeschrieben Mindestumstellungszeit vor Vermarktung von pflanzlichen und tierischen Öko-Produkten vorgeschrieben

Dünger

Stickstoff- Düngung In der Landwirtschaft orientiert sich die Höhe der Düngung an dem zulässigen Tierbesatz je Fläche. Jährlich zugelassen sind max. 1,4 Dungeinheit (DE) pro ha, dies entspricht 112 kg N pro ha und Jahr. Der Gesamteinsatz ist beim Gemüse und Zierpflanzenbau auf 110 kg Stickstoff begrenzt (Gewächshaus 330 kg), im Obstbau und in Baumschulkulturen auf 90 kg, bei Hopfen auf 70 kg N. Im Weinbau ist die N-Menge auf insgesamt 150 kg/ha im 3jährigen Turnus begrenzt. Der Einsatz von Dünger aus der Tierhaltung (Wirtschaftsdünger) ist auf jährlich 170 kg N/ ha begrenzt. Die gesamte Stickstoffdüngermenge ist nicht begrenzt, der Bedarf muss von der Kontrollstelle aber anerkannt sein, damit die Bewirtschaftung auf Basis externer Düngerzufuhr möglich ist. Für Gartenbau und Sonderkulturen gibt es keine speziellen Regelungen.
Zukauf von Stickstoff- düngern Im landwirtschaftlichen Betrieb ist der Zukauf auf 40 kg N pro ha und Jahr limitiert. Der Zukauf ist nicht limitiert.
Konv. Wirtschafts- düngerzukauf Konv. Wirtschaftsdüngerzukauf ist nur in Form von Rinder-, Schaf-, Ziegen- und Pferdemist möglich. Konventionelle Gülle, Jauche und Geflügelmist sind als Dünger nicht zulässig. Konventionelle Gülle, Jauche und Geflügelmist sind als Dünger zulässig.
Organische Handels -dünger Nur wenige organische Handelsdünger sind zulässig. Verboten sind z.B. Blut-, Fleisch- , Knochenmehle und Guanodünger. Blut-, Fleisch- und Knochenmehle sowie Guano sind zugelassen.

Tierhaltung

Abweichungen in der Begrenzung der Anzahl der Tiere 140 Hennen, 280 Hähnchen oder 10 Mastschweine pro ha und Jahr 230 Hennen, 580 Hähnchen oder 14 Mastschweine pro ha und Jahr
Kuhtrainer Die Verwendung eines Kuhtrainers ist unzulässig. Nicht geregelt
Junghennen- aufzucht Für die Aufzucht von Junghennen gibt es spezielle Regelungen. Nicht geregelt, Entwurf z.Zt. in der Abstimmung

Futter

Futter vom eigenen Hof, Futterzukauf Ãœber 50% des Futters muss vom eigenen Betrieb stammen. Eigene Futtererzeugung nicht eindeutig vorgeschrieben, eine flächenunabhängige Tierhaltung ist möglich.
zugelassene konventionelle Futtermittel- komponenten Grundsätzlich 100% Biofutter. Nur wenn Ökokomponenten nicht verfügbar sind und Mangelernährung droht, sind Ausnahmen für die Eiweißfuttermittel Kartoffeleiweiß oder Maiskleber zulässig. Unter diesen Bedingungen dürfen bei Schweinen (säugende Zuchtsauen, Ferkel und Vormast) max. 5%, für die Geflügelaufzucht und Mastgeflügel max. 15%, für Legehennen max. 10% dieser konventionellen Futtermittel eingesetzt werden; bei Rindern und Ziegen sind konventionelle Komponenten verboten. Wanderschäfer dürfen ihre Tiere zu 5 % auf konventionell bewirtschafteten Flächen grasen lassen. Großzügigere Liste mit ca. 80 Produkten, z.B. sind konventionelles Soja, Trester aus Zitrusfrüchten und Importfutter aus der Dritten Welt zugelassen. Bei Schweinen und Geflügel beträgt der Höchst- Anteil an konventionellen Futtermitteln max. 15 %, bei Rindern, Ziegen und Schafen 5%.
Fischmehl ist als Futterbestandteil nicht zulässig. Fischmehl ist als Futterbestandteil zum Beispiel für die Geflügel zulässig.
Silage-Fütterung Die ganzjährige ausschließliche Fütterung mit Silage ist verboten. Nicht geregelt

Pflanzenbau

Risikofaktoren Der Standort muss auf Altlasten, Emittenten, Kontaminationsquellen usw. überprüft werden. Nicht geregelt
Pflanzenschutz Die Verwendung von Kupfer für den Pflanzenschutz ist geregelt und auf 3 kg je ha und Jahr (Hopfen 4 kg) beschränkt. Pyrethroide und Metaldehyd dürfen nicht eingesetzt werden. Pyrethroide (für Schädlingsfallen in Obstkulturen im Mittelmeerraum) und Metaldehyd dürfen eingesetzt werden. Kupfer-Einsatz: Max. 8 kg je ha und Jahr gemäß den Pflanzenschutzbestimmungen.
Pilzanbau Die Bestandteile des Pilzsubstrats landwirtschaftlichen Ursprungs müssen aus Bio-Erzeugung stammen Im Substrat darf konventioneller Mist bis zu 25 Vol.% eingesetzt werden, wenn kein Biomist verfügbar ist.

Verarbeitung

Kennzeichnung „Bio“ darf verwendet werden, wenn 100% der Zutaten ökologischer Herkunft sind. Bei nachweislicher Nichtverfügbarkeit von Zutaten in ökologischer Qualität kann der Verband eine Ausnahmegenehmigung für konventionelle Zutaten bis zu einem Anteil von maximal 5% genehmigen. „Bio“ darf verwendet werden, wenn 95% der Zutaten ökologischer Herkunft sind und die betreffenden konventionellen Zutaten nicht in Bioqualität verfügbar sind – geregelt in Anhang VI Teil C der EG-Öko-Verordnung.
Zusatzstoffe 26 Stoffe zugelassen 49 (je nach Auslegung) zugelassen.
Nitritpökelsalz nicht zugelassen bei Bioland, Demeter, GÄA Nitritpökelsalz bisher nicht geregelt, aber gemäß deutschem Lebensmittelrecht zulässig.
Enzyme/ Starterkulturen Enzyme und Starterkulturen sind nur produktgruppenspezifisch zugelassen. Enzyme und Starterkulturen sind allgemein zugelassen.
Verarbeitung Tier Die Verarbeitung von tierischen Produkten ist geregelt. Die Verarbeitung von tierischen Produkten ist noch nicht geregelt.
Verfahren Umstrittene Verfahren sind verboten (Negativliste). Nicht geregelt
Verpackung Vorgaben für die Verwendung von Verpackungen (Positivliste). Nicht geregelt

5 Gedanken zu „Was ist das EG Bio-Siegel wert“

  1. Hallo

    Ist echt albern was du da von dir lässt und oft fehlinterpretiert…z.B. flächenunabhänige Tierhaltung, hallo, man darf ja gerade 4 Schweine im Jahr mehr halten…

    bei der Düngung wird im Konventionellen Bereich genau auf den Bedarf der Pflanze eingegangen und somit wird optimaler Ertrag erwirtschaftet und Pflanzenschutz wird heut zu Tage so genau dosiert und ausgebracht, das wirklich nur die Hauptkultur geschützt wird…

    stell dir mal vor wir würden überall mit Ökolandbau arbeiten, wir könnten schon heute die Bevölkerung nicht mehr ernähren…

    ich selber betreibe einen Konventionellen Betrieb und will umstellen, mir gehts da vor allem um die Tierhaltung, artgerecht und die Bahandlung muss mit Respekt erfolgen…was sicher nicht überall der Fall ist…ich will auch Stroh und Auslauf…habe schon Außenklimaställe, aber konventionell…

    die Bio Fütterung ist genau so albern wie der Ackerbau…das ist Fortschritt…

    Ziel sollte es sein, es den Tieren zu Lebzeiten so gut wie möglich gehen zu lassen…auch mit qualitativ hochwertigem Soja, was man ja als Prestarter auch im BIO bereich brauch…

    Versteh diese Seite nicht…man sollte die Leute unterstützen die Ihre Tiere nicht in Massentierhaltungsanlagen halten wollen, und nicht kleinlich werden…

    lg Jo

  2. @Johannes: Hallo
    Ich habe überhaupt nichts interpretiert, sondern die Tabelle dem Richtlinienvergleich entnommen, welcher auch dem entsprechenden link zu entnehmen ist! So wie du meine Meinung nicht verstehen kannst (oder willst), so verstehe ich nicht was du daran zu kritisieren hast das ich normales Bio dem EG-Bio vorziehe.

  3. @Silke: Hallo Silke

    erstmal, kann ich hier auch n Bild einfügen…:-) wo du ja so ein schönes hast…:-)

    also ich kann das wohl verstehen, es geht da ja vorallem auch um die Angst vor genetisch verändertem Futter…

    sorry, wenn du das so direkt übernommen hast, ist da ja direkt der Fehler drin…BIO 10 Schweine und EG-BIO 14 Schweine…

    ich denke das wir im Grunde sogar einer Meinung sind in Bezug auf Tierhaltung und so…aber beim Acker muss man auch sehen das die Weltbevölkerung explodiert…

    ich selber würde auch gerne ferkelnde Sauen in der Gruppe halten, wie es an der FAL von Frau DR. Bünger faszinierend durchgeführt wurde…

    lg Jo

  4. @Johannes: Das Bild kannst Du leider nicht hier direkt sondern nur bei gravatar.com erstellen.

    Du hast in Bezug auf den Ackerbau sicher recht. Nicht alles was man sich bei dem Bioanbau wünscht lässt sich mit der gesamten Welt so einfach vereinbaren.
    Ich wünsch dir das du deine Landwirtschaft irgendwann gut mit den Richtlinien vereinbaren kannst und alles so klappt wie du es dir wünschst 🙂

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