DJ Tomekk aus dem Dschungelcamp geworfen

So schnell geht es das sich die „Stars“ im Dschungelcamp dezimieren, erst verlässt Lisa Bund das Camp aus gesundheitlichen Gründen und nun wurde DJ Tomekk aus dem Dschungelcamp geworfen. Grund dafür ist das Auftauchen eines Videos, das der Bild-Zeitung vorliegt und DJ Tomekk zeigt wie er mit dem Hitergruß salutiert und dazu „Deutschland, Deutschland über alles“ singt. Außerdem sagte der 31-Jährige zum Ende der Aufnahme: „So viele Ausländer hier im Haus.“ Laut „Bild“ wurde das Video in einem australischen Hotel aufgenommen – am Morgen der Abreise ins Camp.
Tomekk sagt natürlich das es sich um einen Scherz handle. Vielleicht findet er so was ja witzig, aber ein Mensch der (irgendwie) in der Öffentlichkeit steht sollte sich solche „Witze“ doch verkneifen. Andererseits wundert mich bei Tomekk nicht’s, denn er macht meiner Meinung nach nicht gerade den hellsten Eindruck.

Nachtrag: Hier das Video zum Text

7 Gedanken zu „DJ Tomekk aus dem Dschungelcamp geworfen“

  1. Sicherlich hat DJ Tomekk sich strafbar gemacht, und auch ich als liberal-national denkender Mensch lehne eine solche unkritische Verherrlichung des dritten Reichs sicher ab.
    Um Mißverständnisse zu vermeiden, weise ich darauf hin, daß ich an den Mord von uns Deutschen an 6 Millionen Juden durch industrielle Vergasungsverfahren glaube und diesen Massenmord auch ablehne.
    Der Vorfall zeigt aber:Ganz Deutschland hat ein gespanntes Verhältnis zur Meinungsfreiheit. Die Mutter aller Meinungseinschränkungen ist hier der §130 STGB, welcher vor kurzem nochmals verschärft worden ist.
    Als größte Gefahr für die Demokratie betrachte ich die Diskussionsunwilligkeit eines Volks, die sich in Meinungsdeliktsgesetzen ausdrückt.
    Für die volle Meinungsfreiheit setzt sich heute keine Partei ein, vielleicht nicht mal die NPD, weil das ja eher eine national-autoritäre denn eine liberal-nationale Partei ist. Nur leben die NPD-Jungs die Demokratie am ehesten in Deutschland, weil sie ungeachtet karrieretechnischer Folgen die vorhandene Meinungsfreiheit in vom Establishment unerwünschter Weise bis an den Rand des möglichen ausreizen.
    Aus meiner Sicht ist der tomekk-Vorfall geeignet, den Sinn von Meinungsdeliktsgesetzen an sich zu hinterfragen.
    Das Problem bei allen Einschränkungen der Meinungsfreiheit ist, daß ich dadurch die Büchse der Pandora in Richtung Dikatatur eröffne.
    In Deutschland sind alle Gutmenschen glücklich über den Volksverhetzungsparagraphen, schließlich wird damit eine kontroverse Diskussion über die Vergangenheit und die Motive der damaligen Deutschen, Nationalsozialisten sein zu wollen, verhindert.Und das ist ganz nützlich, sonst müßte man vielleicht darüber nachdenken, ob man die heutige Akademikerkarriere nicht vielleicht zum großen Teil der Karriere und dem Finanzgewinn von Großeltern oder Urgroßeltern im Nationalsozialismus verdankt. Da baut man sich mit der deutschen Unterschicht und ihren aus Frust über das soziale Elend geäußerten plump-aggressiven Haßsprüchen einen leicht zu bekämpfenden Gegner auf, dessen Verknastung man dann als edle Tat im Sinne der Demokratie bejubelt.
    Außerdem ist die volle Meinungsfreiheit und eine wirklich liberale Grundhaltung dem Deutschen an sich scheinbar wesensfremd, er braucht eine autoritäre Vorgabe bezüglich Richtig und Falsch, und das sich Unterordnen unter die „selbstverständlich richtige“ Richtung des Multikulturalismus verschafft seinem autoritären Charakter dann die Befriedigung, die er braucht. Insofern war die Reeducation, die sich ja bewußt die autoritäre Persönlichkeitsstruktur des Deutschen zunutze machte, vordergründig erfolgreich. Aber eben nur vordergründig, denn echte engagierte Demokraten sind dadurch nicht geschaffen worden. Deshalb eben interessiert die ausufernde Ãœberwachung die Bevölkerung auch nicht, da ihr der angstmachende panoptische Effekt eigentlich, gemäß der autoritären Persönlichkeitsstruktur, ganz recht ist. Und die aktiven Ãœberwachungsgegner agieren meines Erachtens auch mehr zwecks Selbstbildpflege denn als aufrechte Demokraten, sonst wären sie nicht hauptsächlich Ãœberwachungskritiker, sondern engagiert für Freiheitsrechte und gegen Grundrechtseinschränkungen wie z.B. durch den §130 STGB. Zum Schluß wundert sich dann die Linke, daß, zeigt sie sich ausnahmsweise mal engagiert für Normalbürger, es mit ihrer Meinungsfreiheit auch nicht weit her ist und die Betätigung als Sozialwissenschaftler schnell mal ausreicht für Antiterrorermittlungen und entsprechende Haftbefehle, siehe den Fall Andrej Holm.
    In einer neuen Verfassung, die nach 146 GG selbiges ersetzen sollte, bräuchte es meines Erachtens gar nicht so viele Paragraphen. In wenigen Worten müßte die Demokratie in Deutschland festgeschrieben sein und, zu ihrem Schutz, die möglichst weitgehende Meinungsfreiheit, zb:

    „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort und Schrift frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Vorzensur findet nicht statt.
    Insbesondere sind Meinungen zur Bewertung der Geschichte, zur politischen Gestaltung der Gegenwart und Zukunft nicht durch Gesetz einschränkbar.
    Einschränkungen der Meinungsäußerungsfreiheit durch Gesetze sind nur zulässig zum Zweck des individuellen Ehrenschutzes,nicht aber zum Schutz der Ehre von Gruppen. Zum Verbot der Anstiftung zu Straftaten sind ebenfalls Einschränkungen der Meinungsfreiheit zulässig. Davon ausgenommen sind traditionelle religiöse Schriften.“
    Zur Erklärung: Den Schutz bildlicher Darstellungen will ich nicht, um z.B. Kinderpornographie verbieten zu können. Virtuell-sprachliche Kinderpornographie wäre allerdings erlaubt, sie ist der Preis einer weit gefaßten Meinungsfreiheit.
    Da ja auch mein Gesetz zur Meinungsfreiheit Einschränkungsmöglichkeiten erlaubt, habe ich “ Zensur“ durch “ Vorzensur“ ersetzt, so wie das Wort ja auch heute verstanden wird.Da meines Erachtens §131 STGB viele Suren aus dem Koran, vielleicht auch einiges aus der Bibel, kriminalisiert und hier eigentlich nur aus Sozialüblichkeitsgründen nicht strafverfolgt wird, scheint mir zwecks religiösem Frieden der letzte Passus notwendig zu sein. Außerdem kann man sich in der neuen Verfassung dann Ausführungen zur Religionsfreiheit sparen, denn aus Garantien für Demokratie, Versammlungsfreiheit und Meinungsfreiheit ergibt sie sich automatisch.

  2. @Thomas, Danke für Deinen ausführlichen Kommentar!
    Zu Deinem Vorschlag bezüglich eines neuen kürzer gefassten Grundgesetztes muss ich aber sagen das ich Deine Meinung hiernicht wirklich teile. Denn du argumentierst momentan ja nur mit dem Grundrecht der Meinungsfreiheit, man darf aber nicht vergessen, dass das Grundgesetz so einiges mehr enthält als die Grundrechte, welche ja nur die Art. 1-19 GG ausmachen. Ich denke das sind nicht zu viele Artikel und eine Kürzung der Artikel würde zu einer Rechtsunsicherheit führen. Dann würden die Gerichte eben Auslegungen treffen müssen welche die gekürzten Artikel vervollständigen würden und an diese Auslegungen müsste man sich ebenfalss halten, so dass zwar ein kürzeres Grundrechtskatalog geschaffen werden könnte, welcher aber dann durch viele Urteile ergänzt werden müsste und so erhebliche Rechtsunsicherheit hervorrufen würde.
    Des Weiteren finde ich § 130 StGB sinnvoll und dieser vermeidet ja nicht das über die Vergangenheit diskutiert werden darf. Er soll nur Volksverhetzungen bestrafen und nicht die Menschen die sich lediglich mit der Vergangenheit in Wort und Schrift auseinandersetzen wollen, es sein denn sie tun dies in volksverhetzender Natur.

  3. Dachte der Kurbjuhn wäre längst im Akismet für seinen Müll gelandet.
    Sollte man die Handlung von Tomekk rchtlich verfolgen wollen, dürfte der Ort der Handlung nicht unbedeutend sein.

    Viel wichtiger finde ich die Frage, wer das Video aufgenommen hat und warum es erst jetzt zum Skandal geworden ist. So wie es mir scheint, war das Team von RTL in Sichtweite.
    Hat man Tomekk nur für die Quote aus dem Camp geworfen?

  4. Das Problem bei allen Einschränkungen der Meinungsfreiheit ist, daß ich dadurch die Büchse der Pandora in Richtung Dikatatur eröffne. Wer definiert, welches die Verbrecher sind und welches die verbrecherischen Gedanken und Äußerungen? Mit dem Ehrenschutz von Mensch und Staat sowie dem Schutz von Opfern vor emotionaler Belästigung haben Dikatatoren aller Zeiten ihre Gewaltherrschaft und ihre Freiheitseinschränkungen begründet.Deshalb befindet sich ein Staat mit Meinungsdeliktsgesetzen tendenziell auf dem Weg in Richtung Diktatur.
    Vielleicht zeigt das Beispiel Großbritanniens am besten, wie ein Land sich in wenigen Jahren durch entsprechende Gesetze in ein Volk von Duckmäusern verwandelt. Der von mir in Deutschland behauptete Zusammenhang zwischen Meinungsdeliktsgesetzen und der Furcht z.B. von Arbeitern, sich kritisch zu ihren Arbeitsbedingungen zu äußern, obwohl doch lezteres vom § 130 STGB gar nicht erfaßt ist, läßt sich mit der natürlichen Neigung zur Vorsicht erklären, wenn man weiß, daß die Gesetze so schwammig formuliert sind, daß selbst Juristen nicht mehr genau wissen, was denn nun noch erlaubt ist zu sagen.In England haben verschiedene Gesetze mit Strafandrohungen bis zu 7 Jahren bei rassistischen Äußerungen zu einem Klima der Angst bei der angestammten weißen Bevölkerung geführt, siehe z.B. http://www.dailymail.co.uk/pages/live/articles/news/news.html?in_article_id=453134&in_page_id=1770
    . Anstatt sich rassistisch und kulturkritisch zu äußern, ziehen sie schweigend in andere Gegenden.
    Als größte Gefahr für die Demokratie sehe ich die Diskussionsunwilligkeit eines Volks, die sich in Meinungsdeliktsgesetzen ausdrückt. Stasi 2.0 z.B. verbessert nur die Exekutivmöglichkeiten des Staats und ist deshalb nicht der Kern der Demokratieferne in Deutschland. Deshalb behaupte ich ja auch, daß die entsprechenden Ãœberwachungskritiker selbst nicht die größten Demokratieverfechter sind.Der Kampf gegen Stasi 2.0 ist für mich eher Ausdruck der Pflichtexekution von Demokratie im Rahmen der Reeducation. Ein wahrer Einsatz für Demokratie besteht für mich im Engagement für eine einzige Sache: Im Einsatz für die volle Meinungsfreiheit, so wie sie die US-Verfassung kennt.

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